Rezension: Das Flüstern der Nacht - Peter V. Brett

Meine Rezension zu "Das Flüstern der Nacht von Peter V. Brett
(Erschienen im Heyne Verlag)


Länge: 1008 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453526112
ISBN-13: 978-3453526112
Originaltitel: The Desert Spear

Achtung: Dieses Buch ist der zweite Teil einer Reihe. Wer kein Freund von Spoilern ist, der sollte bitte erst einmal hier klicken um sich den ersten Teil anzuschauen!



Das Cover passt natürlich von der Gestaltung her zum ersten Band. Es ist im gleichen Stil gehalten. Ich mag den Aquarell anmutenden Hintergrund, jedoch finde ich den Gesamteindruck etwas zu alltäglich und denke mir, dass ich alleine wegen des Covers nicht unbedingt auf das Buch aufmerksam geworden wäre, denn es geht zwischen den vielen Büchern des Fantasy-Genres ein wenig unter.
Trotzdem ist es passend zur Reihe gestaltet, auch wenn ich gerne den Schwerpunkt auf die Krasianer, der im zweiten Band hinzukommt, auf dem Cover verdeutlicht gesehen hätte.



Zu Beginn der Reise lernen wir Jardir näher kennen. Wer sich erinnert, der weiß, dass er schon im ersten Teil eine (nicht gerade positive) Erwähnung als Erwachsener Mann gefunden hat. In diesem Band lernen wir, wie es zu diesen Geschehnissen kam.
Jardir wird als kleiner Junge in Krasia, der Wüstenregion der von Peter V. Brett erschaffenen Welt, aufgegriffen und zur militärischen Ausbildung gebracht, aus der er als hervorragender Krieger hervorgeht. Durch Intrigen und Machenschaften, die nicht von ihm sondern von seiner leitenden Frau Inevera (denn Krasianer haben mehrere) eingefädelt wurden, kommt er in immer höhere Machtpositionen, bis er sein Volk in den Krieg ziehen lässt, nicht nur gegen die Dämonen...

Natürlich wird aber auch der Handlungsstrang von Arlen, Roger und Leesha weitergeführt, wer nicht mehr genau weiß, wer die drei sind, schaut hier noch einmal nach. Der Kampf gegen die Dämonen hat begonnen und jeder kämpft auf seine eigene Weise.
Arlen, indem er die Kampfsiegel an alle Leute weitergibt, Leesha indem sie ihre Fähigkeiten als Kräutersammlerin darin einsetzt den Kampf zu unterstützen und die Menschen zu heilen und Roger, indem er versucht seine Fiedel-Kunst weiterzugeben, was ihm jedoch nicht so recht gelingen will...
Wie sich diese beiden Welten zusammenführt erfahrt ihr, indem ihr das Buch lest :)




Man kann es als E-book, Taschenbuch oder auch Hörbuch auf Amazon oder in anderen Buchhandlungen kaufen oder in vielen Büchereien ausleihen.
Ich habe es über die Skoobe-App gelesen, die ich hier jedem als Spartipp empfehlen möchte, denn Skoobe kostet monatlich 9,99€ während dieses Buch alleine schon etwa 15€ kostet.

Ich fand die Einführung in die krasianische Kultur und den Werdegang von Jardir sehr interssant und wirklich gut erzählt. Ich mag es, Einblicke in andere Kulturen zu erhalten und finde die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Gesellschaften, denen die Charaktere im Buch entstammen sehr gelungen.
Die Handlung ist fesselnd, jedoch nicht mehr so arg wie es beim ersten Band der Fall war, denn es gibt einige Punkte, die ein wenig Nerven kosten:
Zum ersten wäre da die sehr unglaubwürdige Entwicklung von Leesha. Die junge Frau wird fast so dargestellt wie ein göttliches Wesen, immer scheint sie in allem perfekt zu sein und lernt Dinge, für die selbst Arlen Jahre brauchte in nur wenigen Tagen oder Wochen und entwickelt die auch noch weiter.
Was mich außerdem sehr stört ist den Werdegang der Beziehung zwischen Arlen und einem Mädchen, dessen Namen ich aus Spoiler-Gründen hier nicht erwähnen möchte. Die Zuneigung zu dieser kommt zu schnell und ist zu sehr aus der Luft gegriffen. Arlen scheint auch an all dem zu zweifeln, was vorher seine Lebensgrundsätze waren. Das er sich entwickelt ist wichtig, aber so?
Ich bin gespannt auch die Fortsetzung und werde auch den nächsten Band lesen, vielleicht klären sich ja einige Dinge auf.
Obwohl ich diese negativen Punkte nenne, ist das Buch dennoch sehr gut geschrieben und die Entwicklungen sind gut gemacht und interessant (bis auf Leesha). Das Zusammenspiel der Kulturen ist sehr gut gestaltet und die Wendungen so nicht vorhersehbar, die im Buch trotz der monströsen Seitenzahl keine Längen zulassen.


Wie auch den ersten Band würde ich diesen Fantasy-Roman nicht als Jugendbuch empfehlen, denn die detaillierte Darstellung von Sexualität und Gewalt sowie Frauenverachtung als Teil der Kultur sind nicht für zwölf- oder dreizehnjährige geeignet (jedoch passend zum Roman und nicht überflüssig für ältere).
Wer gerne Fantasy liest wird auch an diesem Buch gefallen finden.

Auf Grund der besagten negativen Punkte und da der Roman nicht mehr ganz so fesselnd war wie der erste gebe ich:





4 von 5 Budgies


und eine Leseempfehlung für alle, die den ersten Band mochten und gerne wissen wollen, wie es weitergeht.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen