Hörbuchrezension: Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf von David Hair

Ende letzten Monats habe ich dieses Buch als Bestand einer Leserunde auf wasliestdu zugeschickt bekommen. Ich muss direkt sagen, der Anfang (und vielleicht zum Teil auch mein gezogener Weisheitszahn) haben eine bis zur Mitte des Monats anhaltende Leseflaute hervorgerufen...
Deshalb habe ich mir das Buch, für dass miene Konzentration einfach nicht reichen wollte, als Hörbuch bei audible mit meinem monatlichen Guthaben geholt. Ich denke, dass das keine falsche Entscheidung war.
Da mir das Buch als gedrucktes Werk zu Beginn so gar nicht gefallen wollte, bin ich froh, es auf diese Weise nun kennen gelernt zu haben und endlich fähig zu sein eine Rezension zu verfassen.

Dieses Hörbuch erfüllt eine Aufgabe in der 52 Wochen-Challenge.

  • Hörbuch-Download
  • Spieldauer: 15 Stunden und 30 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Ungekürzte Ausgabe
  • Verlag: Random House Audio, Deutschland
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 9. Dezember 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00H2SA7SI

  • Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Aber alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um sich das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut, und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag. Aber es sind drei unscheinbare Menschen - ein gescheiterter Magie-Schüler, eine Spionin und Mörderin, die ihr Gewissen entdeckt, und ein einfaches Marktmädchen - die über das Schicksal der Welt entscheiden werden.  (Randomhouse Audio)


    Das Cover hat mir von Anfang an recht gut gefallen. Diese Art der Cover scheint mir durch den Fantasy-Epos "Der Name des Windes" einberufen worden zu sein. Ein einfarbig gezeichneter Mensch im Vordergrund, Hintergrund in einer Farbe gehalten, zeigt eine Landschaft oder ein wichtiges Motiv des Buches, in diesem Falle eine Brücke, passend zum Titel. Dennoch gefällt es mir ganz gut. Aber so langsam könnte aus der Fantasy-Ecke mal wieder ein bisschen mehr Einfallsreichtum kommen, finde ich.

    Dieses Buch hat mich in eine Leseflaute geführt. Woran liegt das? Der Beginn ist leider nicht so gestaltet, dass man als Leser schnell einen Weg in das Geschehen des Buches findet. Man wird zu schnell und mit zu vielen komplizierten Begriffen, Geschichte und Personen in die Story hineingeworfen. Die ersten 100 Seiten ziehen sich wahnsinnig und währende des Lesens/ später dann Hörens fragte ich mich ständig. Was ist das??? Ich habe die Worte an mir vorbeiziehen lassen, weil ich den Geschehnissen einfach nicht folgen konnte. Das liegt nicht daran, dass ich keine gehobene High Fantasy schätze. Ich liebe Herr der Ringe, mit all seinen Längen. Ich habe "Der Name des Windes" in zwei Tagen verschlungen. High Fantasy ist eines meiner Lieblings-Sub-Genres. Aber dieses Buch möchte einfach zu viel auf einmal erreichen. Es kam mir ständig so vor, als hätte der Autor alle möglichen Ideen, die er unbedingt auf den ersten 150 Seiten unterbringen wollte, was ihm aber leider nur unausgereift gelungen ist und gelingen konnte. Dabei zweifle ich keinesfalls an den Schriftsteller-Fähigkeiten des Autors, denn der Schreibstil an sich ist durchaus gelungen, ich zweifle an der Fähigkeit des Autors, sich in den Leser hineinzuversetzen, denn für ihn mag seine Welt klar und bekannt sein, für mich ist sie das jedoch nicht.
    Dennoch muss ich sagen, dass sich die absolute Verwirrung nach etwa einem Drittel des Romans legt und man zwar nicht ganz in die Geschichte eintauche kann, aber dennoch wissen möchte wie es weitergeht.
    Was mich an den Charakteren allerdings stört, ist, dass sie mir unausgereift erscheinen und ihre Motive für mich einfach nicht klar werden. Personen ändern ihr Verhalten von einem Tag auf den anderen, einfach so? Und durch die Vielfalt an Charakteren kommen einige leider zu kurz. Ebenfalls hat es mich gestört, dass der Autor recht erfolglos, wie es mir scheint, ständig versuchte, Kulturen unserer Welt (Indische, Italienische ua.) in seine Welt zu "importieren" und leicht zu verfremden. Vor allem das Verfremden ist nicht gut gelungen und die Kulturen wirken auf mich fehl am Platz.
    Trotz all dieser Kritikpunkte muss ich sagen, dass mir der Sprecher des Hörbuches gut gefallen hat. Er hat eine passende Atmosphäre geschaffen und die Charaktere so gut wie möglich repräsentiert.

     Auf Grund der vielen Mängel der Geschichte konnte ich mich einfach nicht richtig einfinden. Mir hat das erste Werk dieses Autors leider nicht überzeugt. Da hilft auch der gute Sprecher nicht. Ich konnte mich zu keinem Zeitpunkt der Geschichte einfach in das Geschehene fallen lassen. Deswegen leider nur 2 von 5 Budgies. Ich denke nicht, dass ich den zweiten Band lesen werde.

     

     
    David Hair ist ein neuseeländischer Schriftsteller. Für seine Jugendromane wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Brücke der Gezeiten ist seine erste Fantasysaga für Erwachsene. Nachdem er lange Zeit erst in England, dann in Indien gelebt hat und die Welt bereiste, lebt er nun in Wellington, Neuseeland.

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