Rezension: Nach dem Sommer


Von Maggie Stiefvaters Mercy-Falls-Trilogie hatte ich schon viel gehört und sie stand schon seit einiger Zeit auf meinem Wunschzettel. Dann habe ich gesehen, dass diese viel gelobten Bücher auch als gesamte Trilogie in einem hübschen Schuber für nur 29,99€ (drei Hardcover) angeboten wird, um habe sie kurzfristig einfach gekauft.
Zunächst einmal: Die drei Hardcover, die im Schuber enthalten sind, sind nicht die gleichen wie die, die einzeln verkauft werden. Sie sind etwas kleiner und der Einband ist direkt bedruckt, also ohne Schutzumschlag.
Das stört mich aber recht wenig. Im Gegenteil. Ich HASSE Schutzumschläge. Ich finde sie einfach unglaublich nervig und unnötig.
Nachdem ich dann meine aktuelle Lektüre beendet hatte, habe ich mich an diesen ersten Band herangewagt. Hier meine Eindrücke:

Übrigens passt das Buch super zur Fantasize-Challenge!
Einzelband:
  • Gebundene Ausgabe: 423 Seiten
  • Verlag: Script5; Auflage: 1 (6. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001080
  • ISBN-13: 978-3839001080

  • Schuber:
  • Gebundene Ausgabe: 1320 Seiten
  • Verlag: Script5 (21. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3839001633
  • ISBN-13: 978-3839001639


  • Nach dem Sommer erzählt die Geschichte von Grace. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Haus am Waldrand von Mercy Falls, einem Dorf, nicht weit von Dulluth. Als Grace klein war, wurde sie von Wölfen verschleppt und angegriffen. Sie erinnert sich daran, dass sie von einem Wolf mit goldenen Augen gerettet wurde und beobachtet seitdem die Wölfe täglich, besonders ihren Wolf, wie sie ihn nennt. Im Sommer sind die Wölfe niemals im Wald, doch jeden Winter kehren sie aufs Neue zurück.
    Sam lebt ein ungewöhnliches Leben. Im Sommer lebt er als Mensch, im Winter ist er ein Wolf, denn die Kälte zwingt ihn immer wieder dazu seine Wolfsgestalt anzunehmen und zu seinem Rudel zurückzukehren. In seinem Wolfsdasein erinnert er sich immer weniger an sich als Mensch. Dies wird sein letzter Sommer sein.
    Der Sommer neigt sich dem Ende zu, als Grace Sam trifft und die beiden sich verlieben. Die Kälte rückt unaufhaltsam näher...


    Das Cover ist einfach wunderschön. Alle drei Cover der Reihe gefallen mir wirklich gut. Sowohl die farbliche als auch die motivische Gestaltung sind etwas ganz besonderes und mir so noch nie begegnet. Wenn ich es anschaue gibt es mir eine Sensation von Spätsommer. Ich meine damit dieses Gefühl, wenn die Sonne gerade untergeht aber das Wasser noch so sehr von ihr aufgewärmt ist. Das klingt jetzt ein wenig verrückt, aber betrachtet das Cover mal genau. Wisst ihr, was ich meine?

    Ich bin mit hoher Erwartungshaltung an dieses Buch herangetreten. Schließlich hatte ich schon so viel gutes über diese Trilogie gehört. Deswegen muss ich auch zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht war, als mich das Buch zu Beginn nicht wirklich fesseln konnte. Das liegt zum einen daran, dass einfach wenig geschieht. Zu wenig für meinen Geschmack. Andererseits wird Grace anfangs immer als zurückhaltende Eigenbrötlerin bezeichnet. Ihr Verhalten, als sie auf Sam trifft, passt einfach nicht dazu, wie sie beschrieben wird. Natürlich ist ihre Freude nachvollziehbar. Aber auf einmal wird ein so anders beschriebene Mensch so stürmisch? Ich fand, dass Grace Charakterisierung einfach nicht konsequent durchgezogen wurde.
    Gleich zu Beginn so viele Mängel haben mich enttäuscht. Dennoch habe ich weitergelesen, denn schlecht fand ich das Buch nicht, ich hatte einfach nur mehr erwartet. Ab Mitte des Buches wurden meine Erwartungen dann auch erfüllt, was zum einen an Maggies Stiefvater wunderschönen Stil liegt, Dinge, Geschehnisse und Gefühle mit so wenig Worten wie nötig herüberzubringen und damit dem Leser seine eigene Kreativität zu lassen liegt, zum anderen daran, dass einfach mehr geschieht und die Handlung plötzlich spannender wird.
    Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Geschichte von Beginn bis Ende spannend wäre und sich der Anfang nicht so in die Länge zieht, wie ich das Gefühl hatte.
    Auch Grace konnte mich als Charakter bis jetzt nicht wirklich überzeugen, Sam und sein Rudel jedoch mehr. Grace wirkt auf mich oft sehr wenig logisch, vor allem in ihrer Verhaltensweise gegenüber Sam.
    Die genannten Kritikpunkte mögen hart und viel klingen, aber eigentlich tun sie der Geschichte gar keinen so enormen Abbruch, wie es hier klingt. Alles in allem fand ich das Buch dann doch gar nicht so schlecht, vor allem ab der Mitte fand ich es sogar richtig gut. Ich hatte halt einfach die Erwartungen zu hoch gesetzt, was aber nicht die Schuld der Autorin oder des Buches ist, sondern meine eigene.

    Alles in allem kann ich das Buch dann trotz meiner Kritikpunkte doch noch empfehlen. Ich selber bin schon ganz neugierig auf die nächsten beiden Bände der Trilogie, die schon in dem hübschen Schuber in meinem Regal auf mich warten. 5 Budgies kann ich dem Buch nicht geben, dafür hat es mich bei weitem nicht genug überzeugt, aber 4 Budgies hat es sich verdient:



    Maggie Stiefvater, geboren 1981, wurde mit ihrer Nach dem Sommer-Trilogie sowie dem Roman Rot wie das Meer international bekannt und von der Presse für ihre Veröffentlichungen gefeiert.

    Der Auftakt ihrer neuen Buchreihe, Wen der Rabe ruft, erhielt in den USA bereits zahlreiche Auszeichnungen. Die New York Times-Bestsellerautorin lebt mit ihrer Familie, zwei überaus nervösen Ziegen und einem viel zu schnellen Auto in den Bergen Virginias.



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