Rezension: Noah von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzeks Neuer war schon in den letzten Wochen auch vor der eigentlichen Veröffentlichung schon allgegenwärtig. Sicherlich hatte ich von dem Autor schon gehört aber noch keines seiner Bücher hatte einen Weg in meine kleine Privatbibliothek gefunden. Bis jetzt hatte er ja auch hauptsächlich Richtung Krimi und noch mehr Thriller geschrieben. Thriller sind meistens nicht so mein Fall... Mir fällt es häufig schwer in solch absurde Handlungen ohne Hand und Fuß hereinzukommen und irgendwelche Verschwörungstheorien anzuerkennen.
Da dieses Buch jedoch an jeder Ecke beworben wurde dachte ich mir, dass ich mir einmal näher ansehen worum es da geht. Der Inhalt klang doch sehr interessant und machte nach der Kurzbeschreibung Lust auf mehr. Und so fieberte auch ich schon der baldigen Erscheinung entgegen.
In den Weihnachtsferien war es dann soweit und nachdem ich meine aktuelle Lektüre beendet hatte und der schlimmste Weihnachtsstress vorüber war, begann ich mit meinem ersten Fitzek.


  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Datum: 20. Dezember 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785724829
  • ISBN-13: 978-3785724828


  • Das Cover hat von vornherein meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es ist sehr auffallend gestaltet. Der Hintergrund ist ganz schwarz, auf ihm prangt ein weißer Handabdruck mit dem eingeritzt wirkenden Schriftzug "NOAH". In Blutrot findet man den Nachnamen des Autors sowie der kleine Hinweis auf das Genre: Thriller. Das Cover wirkt bedrückend und ist eindeutig (auch ohne den kleinen Hinweis) einem bestimmten Genre zuzuordnen. Mir gefällt es sehr gut.

    Zur Geburt Jesu Christi lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es sieben Milliarden. Wie viel ist zu viel?
    Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat. (Bastei Lübbe)


    Leider ist das Buch auf Skoobe nicht verfügbar. Ich habe es mir hier als eBook gekauft und auf meinem Kindle gelesen. Man kann es aber natürlich auch als Hardcover und ebenso als gekürztes oder ungekürztes Hörbuch kaufen. Selbstverständlich gibt es das eBook auch für andere eReader.


    Ich muss sagen, dass mich das Buch wirklich überrascht hat. Ich bin, wie eingangs erwähnt, ein Mensch der Thriller eher ablehnt. Es ist eben meistens nicht mein Fall. Dennoch habe ich mich an Diesen herangewagt, weil ich die Kurzbeschreibung recht interessant fand und wissen wollte, ob Fitzek nach den vielen Werbeaktionen auch wirklich hält was er verspricht. Und ich kann euch jetzt sagen: Er tut es. Mich hat das Buch wirklich umgehauen.
    Der Einstieg ist sehr spannend. Man begleitet Noah als Obdachlosen, der nicht wirklich obdachlos wirkt, durch Berlin. Man fragt sich von Beginn an: Was ist passiert? Man fühlt die Identitätskrise Noahs direkt mit. Die quälenden Fragen die ihn belasten, belasten gleichzeitig den Leser, was ein enormes Empathievermögen des Autors voraussetzt. Zwar ist Noah kein wortgewaltiges Spektakel, dass würde aber auch nicht zu diesem Buch und seinen Charakteren passen. Die Charaktere, vor allem Noah und sein obdachloser, ein wenig verrückter Freund Oscar sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Emotionen kommt nicht zu kurz und sowohl das ein oder andere Tränchen als auch das ein oder andere Schmunzeln finden ihren Weg. Dennoch ist der Thriller kein Friede-Freude-Eierkuchen-Buch.
    Das liegt vor allem daran, dass der Thriller einige sehr Gesellschaftskritische Aspekte unterstreicht, die einen wirklich bedrückt und nachdenklich stimmen. Mich hat das Buch daher auch über das eigentliche Lesen hinaus beschäftigt.


    Ich habe das Buch von vorne bis hinten in zwei Tagen verschlungen. Und da ich ja das beste Beispiel bin kann ich "den Neuen von Fitzek" getrost auch für alle empfehlen, die eigentlich keine Thriller-Freunde sind. Für dieses kleine Kunstwerk gibt es von mir daher auch:
    5 von 5 Budgies

    Kommentare:

    1. Hey Anja!

      Eine tolle Rezension! Mich freut es sehr, dass dich Sebastian überzeugen konnte, obwohl du keine typische Thriller-Leserin bist. Wirst du mehr von ihm lesen wollen?

      Liebe Sonntagsgrüße
      Anka

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      1. Hallo Anka!
        Danke für das Lob :) Und in der tat habe ich mir schon ein nächstes Buch von Sebastian Fitzek ausgesucht. Es wird wohl "Augensammler" werden. Mal schauen ob auch dieser Thriller den Erwartungen entsprechen kann. ich hoffe doch!

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