Rezension: Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith

Dieses Buch wurde ja bereits viel diskutiert. Wie die meisten von euch wissen, ist dieses Buch nämlich von J. K. Rowling unter dem alias Robert Galbraith geschrieben worden. Als diese Entdeckung publik gemacht wurde, hat das Buch verständlicherweise einen großen Aufschwung erfahren. Endlich habe nun auch ich mir dieses Werk einmal zu Gemüte geführt. Auch bei mir war dies eher nicht der Fall, weil ich gerne Krimis lese, sondern weil ich die Autorin schätze. Da wollte ich mir ihr neuestes Buch natürlich nicht entgehen lassen.



  • Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (30. November 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505109
  • ISBN-13: 978-3764505103
  • Originaltitel: The Cuckoo's Calling 

  • Hier kaufen!


    Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.
    Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr … (Blanvalet Verlag)

    Das Cover hatte es mir schon beim allerersten Blick angetan. Ich mag sehr gerne Cover, die etwas darstellen, anstatt einfach nur ein Wort oder ein Gesicht zu zeigen. Und das ist bei diesem Cover auf jeden Fall der Fall. Der Schatten im nächtlichen London im Licht einer Laterne finde ich super passend für einen Krimi. Es bringt so gut die Stimmung der Geschichte heraus, die Rowling erzählt. Denn das Cover wirkt eher unterschwellig bedrohlich, eigentlich mehr geheimnisvoll und irgendwie schön. Wenn alle Krimis solche Cover hätten würde ich öfter mal welche lesen ;)

    
     Von vielen Stimmen ist mir zu Ohren gekommen, sie fänden das Buch zu ruhig. Dem kann ich nicht zustimmen. Obwohl das Buch einen ruhigen Ton anschlägt, wurde es mir nie zu ruhig, nie hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte in die Länge gezogen wird oder sich auf der Stelle drehte. Wobei ich gleich sagen muss. Das Buch ist tatsächlich kein klassischer Krimi. Dafür geschieht einfach zu wenig. Es ist einfach sehr subtil mit den Entwicklungen und Geschehnissen. Der zentrale Augenmerk liegt definitiv auf den Personen, den Charakteren. Diese hauchen der Geschichte ihr Leben ein. Viele haben dies ebenfalls kritisiert, weil sie mit den Personen einfach nicht warm wurden. Ich stimme zu, dass es bei diesem Buch wirklich eine große Hürde darstellt, wenn man nicht zu den  Protagonisten findet. Ich jedoch hatte damit kein Problem und ich kann euch auch sagen warum: Ich liebe gebrochene Protagonisten und Antihelden. Dafür hatte ich schon immer ein Herz. Menschen mit Fehlern, psychischen Abgründen, die einfach unperfekt sind. Wer solche Charaktere jedoch nicht mag, der greift bei diesem Buch sicher daneben. Comoran Strike, der Privatdetektiv ist halt irgendwie etwas, was man wahrscheinlich als Problemkind bezeichnen würde. Schwieriger Familienhintergrund, Kriegstrauma etc. machen ihn zu einem etwas vermurkst wirkenden sanften Riesen. Die zweite Protagonistin, seine neue Sekretärin Robin, die nicht Sandra heißt ;), hat auf mich leider keinen so großen Eindruck hinterlassen. Auch wenn sie mir nicht unsympathisch war, fand ich sie irgendwie ein bisschen zu langweilig und oberflächlich beschrieben. Ich hätte gerne mehr von ihr gewusst.
    Rowlings Schreibstil finde ich einfach wunderbar! Sicherlich ist er nicht immer einfach zu lesen, aber er ist irgendwie besonders. Sie schreibt sehr beschreibend, ich denke, dass es genau dieses Detail ist, welches das Buch so ruhig erscheinen lässt. Sie lässt sich Zeit mit den Geschehnissen und Entwicklungen und verpasst den Charakteren und Umgebungen durch ihre Art zu schreiben besondere Eigenarten. Sie schafft es, dass man den Geruch eines Fastfood-Restaurants schon fast in der Nase kitzeln spürt, wenn in dem Buch gerade Hamburger gegessen werden. Das ist ein großer Pluspunkt bei dem Buch
    Das Ende jedoch, zu dem ich jetzt nichts verraten will, fand ich irgendwie etwas zu konstruiert. Ich hätte mir gerne etwas natürlicheres, menschlicheres und logischeres gewünscht.

    Ich empfehle das Buch weniger für Menschen, die unbedingt Action und Spannung haben müssen, als Vielmehr für diejenigen, bei denen es auch einmal ruhiger geht und die ein ausschweifender Schreibstil nicht stört. Dafür erhält man dann eine interessante Geschichte und tolle Protagonisten, auch wenn ich das Ende nicht ganz so gelungen fand. Daher gibt es von mir 4 von 5 Budgies.



    Wer kennt ihn nicht, Harry Potter, den modernen Zauberlehrling aus England? Wer hat nicht die Warteschlangen gesehen, jedes Mal, wenn ein neuer Harry-Potter-Band endlich in die Buchläden kam? Joanne K. Rowling, die Verursacherin dieses Hypes, wurde 1965 in Yate, einer kleinen Stadt in der Nähe von Bristol (England), geboren. An der Universität von Exeter studierte sie Französisch und Altphilologie. Bereits 1990 erdachte sie die Figur des Zauberlehrlings und deren Abenteuer, doch erst Jahre später machte sie sich an die schriftstellerische Umsetzung. Der erste Band "Harry Potter and the Philosopher's Stone" erschien am 26. Juni 1997 in einer zunächst recht kleinen Erstauflage. Der Rest ist (Literatur-)Geschichte.




    

    1 Kommentar:

    1. Hallo Anja! :-)

      Ich bin Mitglied einer erst kürzlich gegründeten Seite ( https://bloggervernetzt.wordpress.com/about/ ), dort sammeln wir alle möglichen Rezensionen von den verschiedensten Buchblogs. Natürlich stehen wir noch ganz am Anfang, aber jeder hat ja mal klein begonnen.^^ Jedenfalls soll dieser Blog eines Tages ein ganz großes "Buchblog-Rezensionen-Netzwerk" werden. Und jedem Blogger, der dazu beiträgt, sind wir sehr dankbar! :) Deswegen jetzt meine Frage an dich: Darf ich deine Rezension hier zu "Der Ruf des Kuckucks" dort verlinken? (Bzw. darf ich in Zukunft generell Rezensionen von dir dort verlinken?)

      Ganz herzliche Grüße ♥,
      Janine

      AntwortenLöschen