Rezension: Phoenix von Jan Aalbach

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (17. Februar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492269648
  • ISBN-13: 978-3492269643

  • Zuallererst: Danke an Piper-Fantasy für das Rezensionsexemplar.
    Die gefährlichste Substanz der Welt. Ein undurchsichtiger Milliardär, der sie um jeden Preis in seinen Besitz bringen will. Und nur ein einziger Mensch, der die uralte Rezeptur entschlüsseln kann – der Meisterkoch Elias Meerbaum. Sein Auftrag führt Elias über die Grenzen der Wissenschaft hinaus ins Reich des Verbotenen ... Als er die Einladung des verschrobenen Milliardärs Bromberg zum Abendessen erhält, weiß Elias Meerbaum noch nicht, was ihn erwartet. Elias ist Meisterkoch und berühmt für seinen untrüglichen Geschmackssinn, und genau deshalb braucht Bromberg ihn. Denn er sucht nach der legendären Asche des Phoenix, einer Substanz unvorstellbarer Kraft, deren uralte Rezeptur nur jemand entschlüsseln kann, der die seltensten Kräuter und merkwürdigsten Zutaten kennt – jemand wie Elias. Doch dieser erkennt bald, dass Bromberg noch andere Ziele verfolgt und dass sich hinter der Asche des Phoenix ein Geheimnis ungeahnten Ausmaßes verbirgt ...

    Das wichtigste, was man zu diesem Buch sagen muss: DIE BEZEICHNUNG THRILLER IST IRREFÜHREND, ES HANDELT SICH NICHT UM EINEN THRILLER!!!
    Als ich das erste Mal die Kurzbeschreibung des Buches und das Cover sah, dachte ich, dass es sich hierbei um einen gut klingenden Thriller handelt. Das ist es aber auf keinen Fall, dazu passen einfach die Spannungskurve und die Fantasy-Elemente überhaupt nicht. Außerdem fehlt für einen Thriller der "Knall". Es handelt sich vielmehr um eine Art Contemporary Fantasy, also unsere Welt mit Fantasy-Elementen.
    Was diesem Buch aber zu einem Thriller fehlt, macht es zu einem wirklich gutem und entspannend anderem Fantasyroman, denn zu diesem passt der Aufbau perfekt. Allem voran ist dem Buch der unglaublich gute Schreibstil zuträglich. Seit langem habe ich nichts mehr gelesen, was sich schriftstellerisch auf so einem hohen Niveau bewegt. Jedoch ist dabei zu berücksichtigen, dass der Schreibstil das Buch zu etwas macht, was Konzentration erfordert, denn Komplex ist der Stil allemal. Es lohnt sich aber dem Buch seine volle Aufmerksamkeit zu widmen.
    Die Handlung ist kreativ und vor allem sehr gut recherchiert, man wird ständig mit Mythen, Sagen oder religiösen Geschichten aller Welt konfrontiert. Ich interessiere mich für so etwas, deswegen mochte ich die darauf aufbauende Handlung sehr gerne. Wer sich mit diesen jedoch nicht anfreunden kann, sollte auf jeden Fall die Finger von dem Buch lassen.
    Durch die großartige Recherche und viele zusammenfließende Informationen, hat die Handlung als einziges die Schwäche,  dass sie manchmal ein bisschen konstruiert wirkt und deswegen vieles unnatürlich wirkt. Außerdem hat der Roman vor allem gegen Anfang und Ende ein paar kleinere Längen. Bei einem Neulingsroman ist eben selten alles perfekt, aber dennoch kann ich guten Gewissens sagen, dass ich mich schon auf das nächste Buch des Autors freue.


    Alles in allem handelt es sich hier um einen großartigen Neulingsroman. Allerdings ist die Aufrischt Thriller absolut irreführend, denn es handelt sich hier vielmehr um einen Fantasyroman. Wenn man das Buch dann aber aus diesem Blickpunkt betrachtet und Freude an Mythen, Sagen und Religion hat, dann wird einem auch trotz kleineren Längen und Konstruiertheit das Buch gefallen finden. Vor allem der Schreibstil ist allerhöchstes Niveau.
    Für alle Fantasyfans eine klare Empfehlung. Thriller-Freunde sollten sich allerdings eher fern halten. Denn dem Siegel Thriller wird das Buch nicht gerecht. 4 von 5 Budgies.




    Jan Aalbach, geboren in Berlin, wollte schon in der Schule Schriftsteller werden. Als Werbetexter weiß er mit Worten pointiert umzugehen. Seine beruflichen Erfahrungen sammelte er unter anderem in Paris, London und Boston. Später gründete er seine eigene Agentur. Heute lebt der leidenschaftliche Wortjongleur zurückgezogen in Süddeutschland und auf Mallorca. Er veröffentlichte Fachbeiträge, Essays und Glossen in namhaften Zeitungen und Magazinen. Anthologien ebneten ihm den Weg in die schöngeistige Literatur, wo er mit seinen phantastischen Kurzgeschichten Bestsellerauflagen erreichte. »Phoenix« ist der erste Roman, auf dem ganz allein sein Name steht.

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