Rezension: Meg Finn und die Liste der vier Wünsche von Eoin Colfer

Bei meiner letzten Rebuy Bestellung war das ein oder andere ältere Buch dabei, welches mich aber so angesprochen hatte, dass ich es einfach lesen wollte. Genauso war es auch mit "Meg Finn und die Liste der vier Wünsche" von Eoin Colfer, dessen neuestes Buch "WARP" erst vor ein paar Monaten erschienen ist. Meg Finn ist, anders als WARP, eindeutig ein Jugendbuch und erinnert auch ein wenig an seine berühmteste Reihe: Artemis Fowl.

Die 14-jährige Meg Finn hat schon einiges auf dem Kerbholz ... und nun ist sie dabei, ein richtiges Verbrechen zu begehen. Zusammen mit ihrem Partner Belch steigt sie bei dem alten Lowrie ein. Doch der Einbruch geht schief, und als bei einem Handgemenge ein Gastank explodiert, finden die beiden sich plötzlich in einem Tunnel wieder, der sich in der Mitte teilt: Ein Weg führt in die Hölle, der andere in den Himmel. Während Belchs Schicksal schnell feststeht – für ihn geht es im freien Fall nach unten zu Luzifer -, geraten Petrus und Beelzebub über Meg in einen erbitterten Streit. Das Resultat: Meg wird noch einmal zur Erde geschickt, um sich dort zu beweisen. Ausgerechnet bei ihrem Einbruchsopfer Lowrie soll sie die für den Himmel nötigen Gutpunkte sammeln. Schon bald rückt der alte Mann eine Liste der vier wichtigsten Dinge heraus, die er in seinem Leben verpasst hat. Und so könnten die beiden ein wunderbares Gespann und Meg ein besserer Mensch werden. Wäre da nicht Belch, den der Teufel ihr hinterherschickt und der in Gestalt eines Höllenhundes immer wieder dazwischenfunkt. (List Verlag)




 Das Cover war der ausschlaggebende Faktor, dass ich dieses Buch überhaupt gekauft habe. Ich finde die Zeichnung von Meg Finn wirklich sehr gut geraten und unglaublich süß, passend für die Altersklasse, an die sich das Buch richtet. Das Mädchen, dass auf einem Hochseil wandert, wirkt frech und aufmüpfig mit ihren blonden Zöpfen, genau wie ich mir Meg Finn vorstelle.

 Der Einstieg in die Geschichte ist schnell, man stürzt fast in die Geschehnisse hinein. Man begegnet Meg Finn und ihren Partner Belch, wie sie versuchen in das Haus eines älteren Mannes einzusteigen. Doch nichts funktioniert wie geplant und plötzlich sind beide Tod. Meg Finn ist das Streitobjekt der Wächter von Himmel und Hölle und muss nocheinmal zurück zur Erde um zu versuchen als Geist endlich etwas gutes zu Tun, natürlich genau bei dem Mann, den sie versucht hatte auszurauben. Das alles geschieht sehr schnell, aber keineswegs zu schnell, man findet sich gut in die Geschichte ein. Ein gelungener Einstieg!

 Die Charaktere, die der Autor zu den Protagonisten dieses Buches gemacht hat sind gewohnt skurril, so wie man es vom Autor kennt. Zum einen ist da natürlich die Hauptperson: Meg Finn, ein 14-Jähriges, aufmüpfiges Mädchen. Nie kann sie ruhig halten und sie sagt immer was sie denkt. Der Autor bringt einem aber auch Näher, warum Meg Finn so geworden ist wie sie ist, er gibt ihr eine Geschichte, die einen berührt und die Mann nachvollziehen kann.
Desweiteren lernen wir ihren Partner Belch kennen, der sich nach seinem Tod auf direkten Weg in die Hölle begibt, doch sein Ende ist das nicht, wie man schnell feststellt. Er ist durch und durch gemein allerdings auch nicht besonders klug. Ein "Bösewicht" der für den ein oder anderen Lacher sorgt.
Als dritte Hauptperson gibt es einen alten Mann namens Lowrie, in dessen Haus die beiden einbrechen wollten. An ihm muss Meg Finn das verpasste Gute aufholen. Einfach macht er ihr das nicht immer und zu Beginn wollen die beiden sich nicht so richtig aufeinander einlassen. Die Vorurteile auf ebiden Sieten sind einfach zu groß, doch während Meg Finn ihn begleitet, um seine vier Wünsche zu erfüllen und nebenbei seine Geschichte entdeckt freunden die beiden sich immer enger an. Jung stößt auf Alt in einer gelungenen Kombination.

Die Handlung ist süß gemacht. Nach dem sehr dynamischen Anfang ist der weitere Verlauf etwas langsamer, zieht sich aber nie in die Länge. Neben der Haupthandlung um Meg Finn und Lowrie und der Nebenhandlung um Belch gibt es auch einige Rückblenden, in denen man die Geschichten von Lowrie und Meg näher kennen elrnt und ihre Handlungsmotive so besser versteht. Dennoch ist das Buch nicht übetrieben emotional, sondern serviert alles in Dosen, wie man es von einem Jugendbuch erwartet. Die gesamte Geschichte ist mit Witz gespickt. Z.B. ist die Hölle mit Technik gespickt, denn alle Programmierer landen dort, und der Himmel muss immer noch alles von Hand erledigen. wneigstens hat Petrus ein Handy von seinem Counterpart Belzebub.
Auch durch Meg Finns sehr junge Art des SPrechens und durch ihre direkte Art entstehen immer wieder komische Situationen, die aber nicht aufgesetzt wirken, sondern fast immer gelungen sind.

Die Geschichte wird aus der dritten Person erzählt. Die Sprache des Autors ist spritzig und jung, passend zu den jungen Protagonisten (bis auf Lowrie, seine Sprache ist aber auch an sein Alter angepasst). Natürlich wirkt das Buch dadurch sehr locker, allerdings denke ich,d ass die SPrache an manchen Stellen zu gewollt jugendlich und dadurch etwas aufgesetzt klingt. Kurze Sätze und eine einfache Sprache machen dieses Buch aber auch für jüngere Leser atraktiv.

Der Schluss ist passend zum Stil der Geschichte, natürlich hält er keine großen Überraschungen bereit, aber ganz vorhersehbar ist er wiederum auch nicht. Hier wird zuletzt einmal ein wenig auf die Tränendrüse gedrückt, die Emotionen sind gelungen.




Mein Fazit fällt insgesamt gut aus. Das Cover ist ein kleines Kunstwerk und sehr süß gestaltet. Ich finde es ansprechend und passend. Der Einstieg ist flott und man findet sich sehr schnell in die Geschichte ein. Die Charaktere sind liebevoll und kreativ gestaltet, vor allem Meg Finn mit ihrer sehr offenen Art, die kein Blatt vor dem Mund nimmt, wächst dem Leser ans Herz. Die Handlung ist humorvoll und spannend und der Schluss ist nicht ganz vorhersehbar und setzt dem ganzen ein emotionales Krönchen auf. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Sprache zwar jung und flüssig zu lesen ist, aber manchmal dieses Junge zu übertrieben und deshalb aufgesetzt wirkt.
Alles in allem ein lesenswertes Jugendbuch, auch für Erwachsene. Von mir gibt es 4 von 5 Budgies!


Der irische Schrifftsteller Eoin Colfer wurde als Sohn eines Lehrers
im südost-irischen Wexford geboren. Auch schon sein Vater war Schriftsteller, und hatte sich der Geschichte Irlands verschrieben. Eoin Colfer war Lehrer und unterrichtete mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien, bevor er sich das Schreiben zum Beruf machte. Seine bisherigen Bücher standen in Irland, Großbritannien, Russland und den USA an der Spitze der Bestsellerlisten. Für seinen Roman "Artemis Fowl – Der Geheimcode" erhielt er im Jahr 2004 den Deutschen Bücherpreis. 2014 erscheint sein aktueller Jugendroman "Warp der Quantenzauberer", der zugleich den Auftakt zu einer Jugendfantasy-Reihe bilde.

1 Kommentar:

  1. Oh, das Buch muss ich haben! Ich habe die Artemis-Fowl-Bücher geliebt und wollte eigentlich schon lange mal was anderes von dem Autor lesen.

    Noch so eine schöne Rezi, ich hab dir direkt mal ein Abo dagelassen. :-)

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