Rezension: Was ich dich träumen lasse von Franziska Moll


Schon als ich zum ersten Mal die Beschreibung zu diesem Roman las, wusste ich, dass ich ihn unbedingt lesen musste. Mal so richtig etwas für's Herz. Gefühle, Herzschmerz und Schicksalschläge komponiert zu einem Roman, der die Tränen frei setzt und Gänsehaut erzeugt. Nach ein paar positiven Stimmen habe ich mich dann auch heran getraut.







  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Loewe; Auflage: 1 (20. Januar 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785578458
  • ISBN-13: 978-3785578452

Ich hätte nichts dagegen, immer mit dir alleine zu sein. Wir würden uns auf die Nerven gehen. Stell dir vor, du wärst die einzige, der ich Witze erzählen könnte. Du würdest sie alle abkriegen. Das wäre mir egal. Wenn nur wir auf der Welt wären, wäre alles einfacher. Überschaubarer. Du reichst mir. Elena hat ihr Glück gefunden – mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe. Elena ist bis in die Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste: die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag von ihren Erfahrungen berichten. Ihr zur Seite steht ganz unerwartet ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena, Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.


Auch jetzt noch finde ich den Ablauf und Aufbau der erzählten Geschichte von Elena, deren Freund durch einen Unfall im Koma liegt, sehr emotional und die Handlung an sich ist wirklich überzeugend. Es ist erschreckend, wenn man sich ins gedächtnis ruft, dass solche Dinge tatsächlich täglich geschehen und das stimmt einen traurig, sobals man die erste Seite aufschlägt, wobei Rico, die große Liebe von Elena noch unter den Lebenden und Wachen weilt.
Nach etwa 150 Seiten Buch hatte ich das Gefühl, dass immer noch nicht wirklich viel geschehen ist. Bis zur Hälfte des Buches geschieht nämlich nicht mehr als das, was in der Kurzbeschreibung bereits erzählt worden ist. Das ist an sich auch nicht weiter schlimm, ich mag ruhige Bücher an sich und ahbe selten das Gefühl, dass ein Buch sich zieht,d enn meistens passiert unter der Oberfläche soch sehr viel, auch wenn es augenscheinlich die Hanldung nicht voran treibt. Aber bei diesem Buch ist genau diese unterschwellige Entwicklung mein Problem. Ich konnte sie einfach nicht entdecken.
Elena hat ein schweres Leben gehabt, warum, dass erfährt der Leser zu Beginn nicht, deswegen ist sie als Protagonistin recht unemotional, nicht nur weil Sie ihre Gefühle nicht nach außen trägt, sondern auch, weil sie sich selbst nicht wirklich erlaubt überhaupt zu fühlen. Diese Blockade verhidnert eine wirklcihe Entwicklung und stoppt die Handlung beim vorankommen.
Auch bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. ich dachte es sei emotional, herzschmerz und erzählt davon, wie Elena versucht Ricos Top Ten zu erfüllen, aber diese Top Ten komme eigentlich erst anch mehr als der Hälfte der Seiten zum Einsatz und werden nur selten als Handlung, sondern mehr als geschehene Ereignisse erzählt. Das sist weder schlecht noch gut,a ber ich hatte eben etwas anderes erwartet.
Ein Punkt mit dem ich mich noch weniger anfreunden konnte als mit Elena sind die zuweilen etwas verwirrenden Rückblenden, die das vorherihe Leben und die Geschehnisse von Elenas und Ricos Leben zeigen. Ich ahbe das Buch als ebook auf dem Kindle gelesen und fand es recht schwierig zu sagen wann die Rückblende anfängt und aufhört,w enn ich mich nicht sehr darauf konzentriert habe. das hat für einige Unklarheiten gesorgt.
Der Schreibstil an sich wiederum ist sehr passend zu Elenas Charakter gewählt. Einfach, ohne schnirkel, gradlinig, wenig beschreibend.
Ich selbst konnte mit genau dieser Art des Schreibens und der Protagonistin leider eher wenig anfreunden, cih habe einfach nicht so richtig in die Geschichte hineingefunden.
Dennoch fand ich das Buch nicht ausschließlich langweilig, sondern manchmal auch spannend, hinterfragend und eine interessante Auffassung zeigend. Letzen Endes flossen bei mir auch ein paar Tränen.

Alles in allem konnte mich das Buch und vor allem die Protagonistin mit ihrer sehr nüchternen und kühlen Art bei diesem emotionalen Thema nicht ganz überzeugen. Die Handlung an sich finde ich großartig und aus einer sehr kreativen Idee heraus kommend, die ich persönlich lieber anders umgesetzt gesehen hätte.
Wer sich vorstellen könnte sich mit einem sehr nüchternen Protagonistin, einer ruhigen Handlung und einem einfachen Schreibstil zurecht zu finden könnte Freude an diesem Buch finden.
3 von 5 Budgies
 Franziska Moll lebt mit ihren Zwillingsmädchen in einem kleinen idyllischen Dorf in der Nähe von Köln. Nachdem sie schon mit drogenabhängigen Jugendlichen gearbeitet hatte, entdeckte sie das Schreiben für sich, lernte an der Internationalen Filmschule alles, was sie für ein gutes Drehbuch wissen musste und entwickelte Sitcoms und Filmideen. Doch erst, als sie sich entschloss, nur noch Romane zu verfassen, hatte sie endlich ihren absoluten Traumberuf gefunden. Eigene Verluste inspirierten sie zu Was ich dich träumen lasse und bestärktem sie in der Hoffnung, dass aus jedem Schicksalsschlag auch etwas Gutes entstehen kann.


1 Kommentar:

  1. Ich hab es jetzt auch endlich durch. :) Nach kurzer Eingewöhnungsphase fand ich das Buch eigentlich ganz gut. Auch bei mir sind am Ende ein paar Tränen geflossen. Aber ich kann verstehen, dass du den Schreibstil etwas verwirrend findest.

    LG Sabrina

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