Rezension: Das wilde Määäh von Vanessa Walder




Ich entschuldige mich gleich zu Beginn der Rezension für den übermäßigen Gebrauch des Wortes süß.

Ham ist ein Wolf. Das ist ja wohl klar. Er hat spitze Eckzähne … auf dem Kopf. Er jagt gerne … saftige Blätter. Er heult den Mond an … und es klingt wie Määäh. Na gut, vielleicht ist Ham auch nur ein Wolf im Schafspelz. Aber wie ist er im Wald gelandet? Und wo kommt er wirklich her? Zusammen mit seinen Freunden begibt er sich auf eine abenteuerliche Suche …

Das Cover ist absolut süß gestaltet und macht Lust das Buch in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen.  Die Zeichnung vom wilden Määäh wie es den Mond anmäht/anheult ist einfach zu knuffig. Ich mag die Blautöne und finde es schön, dass man gleich so viele Tiere zusammen sehen kann. Ein wunderbares Cover, dass bestimmt auch viele Kinder ansprechen wird. Nicht umsonst ist das Buch auf Lovelybooks die beliebteste Kinderbuch-Neuerscheinung des Jahres 2014!

Der Einstieg in das Buch ist genauso süß wie der Titel! Ein kleines schwarzes Bündel wird von einem weinenden Menschen in den Wald gebracht, die Tiere nähern sich dem unbekannten Wesen aber niemand weiß genau was das eigentlich für ein seltsames Tier ist. Die Wolfsmutter mit ihren Jungen entscheidet, das der Neuankömmling zu ihr gehört, er sei eindeutig ein Wolf! Und so wächst Ham, der seinen Namen dem Hunger seiner Schwester zu verdanken hat bei den Wölfen auf. Danach gibt es einen kleinen Sprung und man lernt Hams tägliches Leben kennen. Schon der Einstieg ist sehr humorvoll und kindgerecht aber nicht ohne Spannung gestaltet. Es wird genau der richtige Ton angeschlagen und man bekommt Lust auf mehr!

Der kleine Protagonist, der in der Kurbeschreibung so passend beschrieben wird ist ein sehr süßer aber auch sehr naiv, sogar noch mehr als die anderen Charaktere. Dadurch kommen immer wieder lustige Situationen zu Stande. Aber nicht nur Ham ist diese gewisse Naivität zu eigen, die anderen Tiere sind ähnlich, sie leben in ihrer eigenen kleinen Welt. Die Waldtiere können sich ein Leben außerhalb des Waldes nicht vorstellen, die Bauernhof-Tiere nicht außerhalb des Bauernhofs. Das macht manche Situationen ein wenig absurd aber ist auch immer wieder Grund zum Lachen.
Hamm wird aber auch immer von vielen anderen Tieren begleitet. Besonders zu nennen seien seine Schwester Feder und sein Rehbock-Freund Flöckchen, der sich später mal einen richtig coolen Namen geben möchte. Besonders mochte ich die hochnäsige Katze, bei der sich aber am Ende herausstellt dass sie eigentlich gar nicht hochnäsig sondern alt ist. Alle Tiere sind sehr  liebevoll gestaltet, jeder hat seinen eigenen Charakter, aber natürlich sind auch Gemeinsamkeiten erkennbar.


Im wesentlichen geht es darum, dass Ham irgendwann entdeckt, dass er kein richtiger Wolf ist und seine geliebte Wolfsmutter gar nicht seine richtige Mutter ist. Deswegen macht er sich auf den Weg um nach seiner leiblichen Mutter zu suchen. Dafür muss er sogar aus dem Wald und seiner gewohnten Umgebung heraus. Gott sei Dank hat er aber tolle Freunde die ihn begleiten. Die Handlung ist immer spannend und einfach sehr süß süß süß gestaltet. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass die Geschichte suuuper süüüß ist??? Aber nicht nur süß sondern auch mit viel Witz und Humor geschrieben. Darf ich euch eine meiner Lieblingsstellen vorstellen?
 
(Ham) "[...] Würmer habe ich noch nie gefressen, aber meine Mama sagt, in den Pilzen sind manchmal welche drin und von denen nasche ich gerne" "Pilze!", rief ein Schafbock entrüstet. "Diese Jugend! Der Kleine nimmt Drogen!" (S.150)
 
Und das ist nur eine von vielen Stellen, die mich lauthals zum Lachen gebracht haben. Den ein oder anderen seltsamen Blick hat sich die fast 20-Jährige verrückt und seltsam über einem Kinderbuch im Park lachend schon eingefangen... Hihihi
Neben diesen sehr humorvollen Stellen gibt es in dem Buch auch wunderschöne und seeehr süße Zeichnungen und auch einige sehr berührende Stellen.
 
Der Schreibstil ist genau so süß und humorvoll wie der Rest des Buches und zeichnet sich durch viel Sprachwitz aus.
Was mir besonders gefallen hat war, dass jedem Tier eine eigene Art zu sprechen gegeben wurde. In der Lovelybooks-Leserunde hat die Autorin sogar erwähnt, dass diese Akzente eigentlich noch stärker wären, aber beim Lektorat zu Gunsten besseren Verständnisses teilweise weggefallen sind. Die Entscheidung hat der Individualität jeden Tieres aber nicht geschadet. Die Sprache ist natürlich recht einfach und sehr modern, jedes Kind entdeckt bestimmt einige Begriffe und Redewendungen aus seinem Alltag und fühlt sich so sicherlich noch wohler in der Geschichte. Verständnisschwierigkeiten dürften nicht aufkommen.
 
Das Geheimnis um Hams Mutter wird natürlich aufgelöst, ich möchte aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn auch für den Erwachsenen Leser gibt es die ein oder andere schöne Überraschung am Ende. Was ich verraten kann ist, dass das Buch an sich abgeschlossen ist, aber durch eine kleine Bemerkung eines der Waldbewohner ein Hinweis auf Band zwei zu finden ist (der übrigens nächstes Jahr ungefähr zur gleichen Jahreszeit erscheinen wird und auf den ich mich schon sehr freue). Es ist natürlich ein großes Happy-End mit vielen neuen Freunden für Ham.
 
Das Kinderbuch "Das wilde Määäh" in drei Worten: Süß, Lustig, Määäääääh!!!
Mir hat die Geschichte von vorne bis hinten sehr gut gefallen und mir viele viele Lacher entlockt. Die Tiere sind so liebevoll gestaltet und durch ihre Naivität und ihr auf das Tier-sein beschränkte Weltbild entstehen viele humorvolle Situationen. Der Schreibstil und die hübschen Zeichnungen unterstreichen das Ganze. Rundum gelungen und mir fällt wirklich nichts ein was ich kritisieren könnte. Das Buch kann ich nur für alle Kinder und Erwachsene (die gerne auch mal zum Kinderbuch greifen um ein paar schöne Stunden zu haben) empfehlen. Einfach toll!
 
Walder wurde 1978 in Heidelberg geboren und wuchs in Wien auf,
wo sie nach dem Abitur zunächst Jura studierte. Sie arbeitete als Journalistin, bis im Jahr 2001 der erste von 16 Bänden der Serie "sisters" im Loewe-Verlag erschien. Seither verfasste Walder zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die in bislang 25 Sprachen übersetzt wurden. Darunter Griechisch, Italienisch, Russisch, Französisch und Japanisch. Zuletzt war die Autorin mit der Elfenkönig-Triologie erfolgreich und schrieb das Drehbuch zum Kinofilm "Hier kommt Lola". Ihr neuestes Buch "Das wilde Määäh" erzählt vom kleinen Ham, der im Wald ausgesetzt und von Wölfen aufgezogen wird. Als er eines Tages herausfindet, dass er selbst kein Wolf ist, macht er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln. Eine Geschichte über die drei wichtigsten F im Leben: Familie, Freundschaft und Freiheit. Tiefgründig und leichtfüßig.


 

1 Kommentar:

  1. Das Buch habe ich in dieser Woche bei meinem Streifzug durch die Buchhandlung entdeckt. Der Titel hat mich neugierig gemacht, aber dann ist vermutlich meine Tochter mit einem Buch dazwischen gekommen, auf jeden Fall habe ich es nicht einmal in die Hand genommen.

    Scheint ein Fehler gewesen zu sein ;)

    LG
    Daggi von Buchlounge

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