Rezension: Survivor Dogs - Die verlassene Stadt von Erin Hunter


 

 
Ich habe das Buch im Rahmen der Tandem-Leserunde bei Lovelybooks bekommen.
1. Band: Survivor Dogs - Die verlassene Stadt
3. Band Survivor Dogs - Ein verborgener Feind
 
 
 
Ein schreckliches Beben verwandelt die Welt in Schutt und Asche. Aber in den Ruinen regt sich etwas: Lucky hat das Inferno überlebt ... Lucky ist ein Straßenhund und Einzelgänger mit dem Instinkt zum Überleben. Doch jetzt ist nichts mehr, wie es war. Die Langpfoten sind verschwunden und mit ihnen Nahrung und Sicherheit. Lucky trifft auf eine Gruppe Leinenhunde, wird zum Anführer wider Willen und muss alles infrage stellen, was ihn bisher ausgemacht hat. Sind die Hunde gemeinsam stark genug, sich in der neuen Welt zu behaupten?


Das Cover ist ganz im Stil der anderen Bücher der Autorin gehalten. Ganz oben steht der sich etwas rau anfühlende Schriftzug „Survivor Dogs“, der ganz nach verwittertem Stein aussieht. Das erste Buch der Reihe ist in Rot gehalten, natürlich sieht man den Protagonisten, außerdem erkennt man im Hintergrund zwei andere rennende Hunde.
Das Cover sieht sehr nach einem Jugendbuch aus und ich kann mir vorstellen, dass es die Zielgruppe des Buches durchaus anspricht. Ich persönlich finde das Cover ein wenig zu überladen, entweder hätte ich mir weniger Motiv gewünscht oder aber hätte ich eine andere Hintergrundfarbe gewählt.


Der Prolog ist ein Rückblick in die Vergangenheit des Protagonisten, genauer gesagt in seine Welpenzeit, in der seine Mutter ihm und seinen Geschwistern von einer Hundelegende erzählt.   
Danach gibt es einen Schnitt und wir lernen Lucky kennen, der zum Zeitpunkt der Katastrophe im Käfig eines (vermutlich) im Tierheim sitzt. Dann kommt der große Knurrer und er kann entwischen, doch die ganze Stadt ist zerstört und er muss sich nun mit vielen Problemen herumschlagen. Mir gefällt am Einstieg, dass man nicht sofort mitten in das Geschehen geworfen wird sondern die Katastrophe von Beginn an mitbekommt.


Der Hauptcharakter ist der Straßenhund Lucky. Er ist ein Einzelhund ist stolz darauf, er möchte keine Hilfe von anderen, doch die Katastrophe erfordert ein Umdenken. Er wird zum Anführer einer Gruppe Leinenhunde und muss diesen den Hundegeist beibringen, den er immer tief in sich fühlt.
Lucky hat viele sehr menschliche Züge. Solidarität, ein gutes Herz und eine große Portion Mut. Diese Werte werden verbunden mit hündischen Zügen, Jagd- und Überlebensinstinkt zum Beispiel. Jedem Hund wird eine eigene Persönlichkeit gegeben, doch sie alle bleiben eindeutig Hunde und das vergisst man auch nie. Dennoch sind diese sehr menschlichen Züge einer der Gründe die das Einfühlen in die Charaktere einfach machen und jedem die Protagonisten unkompliziert nahebringt.
Ich verstehe natürlich, dass es sich hier um einen Jugendroman handelt, dennoch hätte ich mir ein wenig mehr Tiefgang in den Persönlichkeiten der Hunde gewünscht, was aber natürlicherweise durch die sehr begrenzte Seitenzahl schwierig gewesen wäre. Nun hoffe ich auf den Folgeband, der die Möglichkeit hat einige Sachverhalte zu vertiefen.


Lucky wird nach der Katastrophe mit vielen Problemen konfrontiert. Das Futter ist knapp, gefährliche Tiere laufen in der ganzen Stadt herum, es gibt kaum sauberes Wasser und der große Knurrer war wahrscheinlich nicht der letzte. Gut dass Lucky als Einzelhund stark und an Schwierigkeiten gewohnt ist und Probleme alleine lösen kann. Oder nicht?
Die Handlung ist spannend und zieht sich recht flott über die Seiten. Die Struktur ist einfach. Eine Aktion kommt nach der anderen und man hat keine Probleme den Geschehnissen zu folgen, auch wenn man nicht mit voller Aufmerksamkeit die Worte liest.
Im Mittelteil habe ich kleinere Längen empfunden in denen ich mir ein bisschen mehr Geschehnisse gewünscht hätte, manche Dialoge waren überflüssig. Aber alles in allem habe ich mich in der Geschichte wohl gefühlt, auch wenn dieses Gefühl „Ich muss jetzt weiterlesen“ mir zeitweise ein wenig gefehlt hat.


Den Schreibstil fand ich sehr originell. Ich mochte die tierischen Wortneuschöpfungen. So nenen die Hunde die Nacht zum Besipiel „Ohnesonne“, der Kühlschrank ist die „Kühlkiste“ und Fenster sind „Lichstein“. Der Stil ist natürlich an die Zielgruppe angepasst. Eher kurze und einfache Sätze, schlichte Sprache. Das passt aber auch sehr gut zu den Hunden, denn trotz allem sind sie Tiere und keine Poeten. Daher fand ich den Schreibstil sehr kreativ und leicht zu lesen.
 
Der Schluss ist sehr offen und ich bin froh, dass ich bei Lovelybooks die Tandem-Leserunde gewonnen habe und so direkt mit Band zwei weitermachen kann. So viel sei gesagt: Es entsteht eine gefährliche Situation und Lucky muss zur Hilfe eilen. Dann bricht das Buch ab (und ich darf verraten, dass das zweite Buch genau dort auch wieder anfängt). So bleibt natürlich der Seriencharakter gut erhalten und man möchte unbedingt Band zwei lesen um zu wissen wie es weitergeht.
Ich persönlich schätze solche Schlüsse aber leider nicht sehr. Ich finde sie eher nervig und erzwungen, ich muss dann leider immer daran denken dass das Marketingtechnisch sicher klug ist, den Leser aber leider nicht sehr begeistert, nicht zuletzt weil zwischen den Büchern ja normalerweise mindestens ein paar Monate liegen.


Alles in allem stehe ich dem Buch mit leicht gemischten Gefühlen gegenüber. Das Cover finde ich zwar interessant aber ein wenig überladen, der Einstieg war spannend und gut gestaltet, die Handlung hatte kleinere Längen und ich persönlich finde einen so offenen Schluss meistens ein wenig ärgerlich (auch wenn ich jetzt glücklicherweise direkt zu Band 2 greifen kann). Die Charaktere waren zwar nicht sehr tiefgründig aber ich mochte die Mischung aus menschlichen und tierischen Zügen. Der Schreibstil war zwar ein wenig einfach (passend zu den Tieren) aber sehr kreativ mit schönen und verständlichen Wortneuschöpfungen ohne Individualität zu erzwingen.
Alles in allem gebe ich dem Buch 3 ½ Budgies und eine Empfehlung für alle Hundefans und Fans der Autorin. Jetzt widme ich mich erst einmal Band 2.

        
Katzen haben viele Leben, heißt es. Und Katzengeschichten haben zuweilen viele Autoren. Wie die Geschichten von Erin Hunter. Denn hinter dem Pseudonym verbergen sich insgesamt vier Autorinnen: Kate Cary, Victoria Holmes, Cherith Baldry und Tui Sutherland. Dabei gibt es in dem Team eine klare Aufteilung für das Verfassen der "Warrior-Cats"-Romane. Cary, Sutherland und Baldry schreiben die Abenteuergeschichten der vier Katzenclans; sie erfanden auch das Pseudonym, um die "Warrior-Cats"-Leser nicht zu verwirren. Victoria Holmes bringt die Ideen in das Erzählerquartett ein und sorgt dafür, dass die in mittlerweile sechs Bänden erschienenen Geschichten am Ende einheitlich sind und Kontinuität besitzen.






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