Rezension: Erebos

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten. Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden. Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …

Das Cover finde ich wunderbar! Sehr eindringlich und in Signalfarbe rot gehalten springt einem das schwarze Auge nahezu entgegen, eindringlich und irgendwie tückisch guckt es einen an, man kann sich gar nicht mehr losreißen. Davor die weiße Blockschrift "Erebos", ein einfaches, stilvolles und eindringliches Cover. 

Der Einstieg ist spannend und fällt dem Leser nicht schwer. Man ist in der Welt eines ganz normalen Jugendlichen. Sport, Freunde, Schwärmereien und Schule. Doch dann beginnen sich einige Leute seltsam zu benehmen, bleiben dem Unterricht fern, sind aggressiv und tun geheimnisvoll, bis letztendlich auch Nick eine CD angeboten wird, auf der sich "Erebos" befindet, ein erschreckend gut gemachtes Computerspiel.  Ich fand den Einstieg ok, aber nicht herausragend, die ersten Seiten fand ich noch nicht so spannend, die Spannung steigert sich aber von Seite zu Seite.

Die Charaktere sind zu Anfang ganz normale Jugendliche, die durch das Spiel in eine Art Sucht rutschen, die nicht nur sich selbst schadet. Nick ist ein sympathischer Junge und man kann seine Handlungen gut nachvollziehen, er ist wie die meisten Jungen in seinem Alter, Sport, Videospiele und er schwärmt für Emily, das hübscheste Mädchen seiner Klasse, die aber niemanden an sich heran lässt. Emily ist genau wie Nicks bester Freund Jamie von Anfang an davon überzeugt, dass das Spiel böse ist. 
Am besten hat mir bei den Charakteren gefallen, dass sie allesamt so real wirken, sie ahben ganz normale Jugendliche Leiden und Ängste, die sich das Spiel zu nutze macht, sie sind so wie alle in ihrem Alter und dennoch erwächst etwas gefährliches, dass keiner aufhalten kann, das tut es so schleichend, dass ich die Faszination der Schüler sehr gut verstehen kann. Man schlüpft in die Charaktere hinein und erlebt dadurch die Geschichte fast an eigener Haut.

Die Handlung nimmt Seite um Seite an Spannung auf, ich kann allerdings verstehen, dass es Leute gibt, die sich vor allem mit der ersten Hälfte des Buches (die mir persönlich sehr gut gefallen hat), nicht anfreunden können, denn es ist tatsächlich größtenteils die Beschreibung des Videospiels. Wer also keine Computerspiele mag wird sich hier schwer tun. Ich kann aber absolut verstehen, dass man eine ganze Nacht durchspielt, dass ist mir persönlich mit verschiedenen RPGs auch schon oft genug passiert, ich finde es spannend wie der Videospielcharakter sich entwickelt. Wer sich damit nicht anfreunden kann wird keine Freude an dem Buch haben. Die zweite Hälfte spielt dann wieder viel in der realen Welt, hier kommt langsam der Thriller-Charakter ans Licht, der einem in jedem zweiten Satz eine Gänsehaut verpasst, ich hätte mir aber auch in der zweiten Hälfte etwas mehr Bezug zum Videospiel gewünscht. Ich konnte das Buch schon bald nicht mehr aus der Hand legen und war richtig aufgeregt.

Auch der Schreibstil der Autorin hat mich absolut überzeugt, er ist von hoher Qualität, anpassungsfähig und gleichzeitig spannend und leicht verständlich. Dieses Kunststück schaffen nur wenige deutsche Sprachkünstler. Die Sprache war hier nicht nur Mittel zum Zweck sondern Kunst.


Der Schluss ist einer der Höhepunkte der Geschichte, auch wenn ich ihn gerne etwas ruhiger beschrieben sehen hätte und gerne genauer gewusst hätte wie es danach weitergeht. Die Epilog Szenen (auch wenn sie im Buch nicht so genannt werden, aber jeder der das Buch kennt weiß was ich meine) haben mich wiederum sehr berührt. Einen dicken Kloß im Hals habe ich das Buch nach der letzten Seite zugeschlagen und weggelegt.

"Erebos" ist ein wirklich spannendes Buch das mit Videospielbeschreibungen absolut punkten kann. Die Jugendlichen sind sehr realistisch dargestellt, der Schreibstil ist von hoher Qualität und das Cover ist sehr eindringlich, passend zur Geschichte. Das Ende fand ich im Vergleich zum Rest des Bcuhes leider nciht ganz so überzeugend, ein paar mehr seiten für eine realistische Entwicklung wären da gut gewesen, der Epilog wiederum ist schön und berührend. Ich kann das Buch für alle Videospielliebhaber (oder zumindest Leute mit Verständnis für Computerspiele) empfehlen, wenn jemand diese Faszination gar nicht verstehen kann sollte er auf jeden Fall die Finger vom Bcuh lassen, denn dann wird es langweilig.


Ein Tipp für alle Erebos Fans: Ich musste während des Lesens oft an ein älteres Buch aus meinem Bücherregal denken.
Epic von Connor Kostick Kennt ihr es schon? Wenn nicht dann ist es eine absolute Leseempfehlung!!! Gebraucht ist es schon ab einem Euro bei verschiedenen Portalen erhältlich.

Willkommen in Epic. Das Spiel kann beginnen ... Epic ist mehr als ein Computerspiel. Auf Neuerde, einem Planeten irgendwo im Universum, ist Epic eine Frage von Leben und Tod. Die Menschen, die hier leben, spielen in Epic um ihre Zukunft, ihre gesellschaftliche Stellung und ihren Besitz. Erik weiß, dass er erfolgreich sein muss, um zu verhindern, dass seine Familie alles verliert. Immer weiter wagen Erik und seine Freunde sich hinein in die gefährliche Welt, die von Drachen und Fantasiegestalten beherrscht ist. Erik hat nur ein Ziel: Er möchte das Zentrale Lenkungskomitee, das alle Regeln bestimmt, besiegen und die Menschen in eine bessere Zukunft führen




© Doris Bretterbauer
Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer
durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen Deutschlands und schreibt zudem Thriller-Bestseller im Erwachsenenbuch. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.


Kommentare:

  1. Hallo :)
    Eine sehr schöne Rezension, die ich genau so auch unterschreiben würde.
    Freut mich, dass es dich überzeugen konnte :)
    Und danke für den Buchtipp .. Gleich mal auf die Merkliste gesetzt ;)
    LG;
    Steffi

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    1. Danke sehr :) Ich bin mit hohen Erwartungen an das Buch herangetreten und sie wurden nicht enttäuscht, es hat sich absolut gelohnt dieses Buch endlich von seinem SuB Dasein zu befreien.

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  2. Das Buch habe damals total verschlungen! =D Diese ganze Idee ist einfach "WOW". Tolle Rezi zu einem gelungenen Buch.

    Liebe Grüße
    Katie

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    1. Danke sehr! Das Buch habe cih auch wirklich innerhalb von 24 Stunden ausgelesen, super spannend!

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  3. Hey Budgie und icelsez :))

    Klasse Rezension, gerade mit deinem Lob hast du mir das Buch schmackhaft gemacht. Ich wollte schon immer mal was von dieser Autorin lesen und hatte dieses Buch schon seit längerem im Auge, war mir aber noch nicht gaaaanz so sicher, ob das unbedingt bald gelesen werden muss. Gerade dieser Aspekt mit der Sucht, was vom Spiel ausgenutzt wird macht mir schon beim drüber nachdenken eine Gänsehaut. ^^ Sollte ich jetzt also echt mal für meinen SuB besorgen. <3

    Euch zwei noch eine schöne Restwoche.

    Liebe Grüße
    ~ Jack

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    1. Ich hatte auch wirklich ständig eine Gänsehaut uuuaaa. Es war super spannend, das auf jeden Fall. Lass das Buch nicht zu lange warten, denn sonst schließt dich "Erebos" vielleicht bald vom Spiel aus ;)

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  4. Huhu,
    die Rezension ist echt gut. Ich habe von dem Buch schon etwas gehört und war immer am überlegen ob ich es mir hole.
    Schön dass du aufgezeigt hast, was einem an dem Buch eventuell nicht gefallen könnte. So kann ich mich besser entscheiden^^.
    Es kommt definitiv auf meine WuLi.

    LG Chia

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    1. Ich habe es mir als ME bei arvelle bestellt, weil cih es schon seit einer Ewigkeit haben wollte. Gibt es übrigens auch als Loewe Jubiläumsausgabe für sieben Euro ;) das geld ist durchaus gut investiert hihi

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  5. Hey,
    schön hast du es hier. Da dachte ich, ich folge dir mal
    Erebos steht seit neustem auch auf meiner Einkaufsliste. :)

    Liebste Grüße
    Eva (http://lieblingsecke.blogspot.de/)

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    1. Danke sehr, es freut mich, du darfst auch gerne länger bleiben hihi, noch 5 Follower und wir ahben die 100 geknackt! Juppiii!!!

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  6. Klasse Rezi <3
    Bin durch den Kommentiermarathon über deinen Blog gestolpert, und was soll ich sagen, gleich mal Leser geworden :)

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    1. Danke, das freut mich sehr. Vielleicht schaffe ich durch den Marathon dieses Wochenende ja sogar noch die 100 Leser, wer weiß :) Fehlen ja nur noch drei!

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  7. Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Ich war so positiv überrascht, damit habe ich nämlich gar nicht gerechnet.
    Obwohl ich nicht so der "Spiele" Fan bin, konnte mich das Buch trotzdem begeistern und mitreißen. Ich woltle es gar nicht aus der Hand legen.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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    1. Das ist schön, ich habe aber auch schon viel Gegenteiliges gehört, viele fanden die Spielbeschreibungen sehr ermüdend, wenn dir das Buch gefällt, dann musst du dringend mal zu meinem anderen Buchtipp greifen, der lohnt sich auch ;)

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  8. Das Buch liegt auch noch auf meinem SuB...das muss sich ändern...
    Liebe Grüße Nina

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  9. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  10. Dein Blog ist der erste Blog bei diesem Kommentiermarathon bei dem ich Leserin geworden bin. Warum bin ich hier nicht schon früher gelandet? Deine Rezension zu Erebos hat mich total überzeugt und dein Design ist ja obersüß!
    LG
    Yvonne

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    1. Eine Folgemöglichkeit über Bloglovin oder per E-mail wäre schön!

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  11. Das ist wirklich ein tolles Buch. Sehr spannend mit einem realistischen Hintergrund. Ich habe es genauso verschlungen wie mein Sohn.

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