Rezension: Der Weg nach Al-Andalus von Martín Blasco

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für dieses wunderschöne Rezensionsexemplar
Bagdad im 12. Jahrhundert. Dort lebt Yusuf, der Dieb. Im Gefängnis erzählt ihm ein Sterbender die Legende vom silbernen Stab: Alchemisten hätten darin einen geheimnisvollen Stein eingearbeitet, mit dem man Gold erschaffen könne. Yusuf ist wie besessen und verlässt Bagdad und den Orient, immer auf der Suche nach diesem einen Gegenstand. Viele Jahre reist er umher, bis er schließlich in Córdoba vermeintlich sein Ziel erreicht. Doch geht es ihm wirklich um unermesslichen Reichtum? Oder hält das Leben nicht andere Schätze bereit?

Das Cover passt natürlich zur angesprochenen Epoche und ehrlich gesagt finde ich es einfach nur wunderschön. Ein bisschen geheimnisvoll, außerdem liebe ich Märchen mit arabischem Touch und genau das ist es was das Cover ausstrahlt. Genau deswegen bin ich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden.

Der Einstieg viel mir ein wenig schwer, was zum Teil am sehr poetischen Schreibstil und zum teil an der Anfangs etwas seltsam anmutenden Perspektive liegen mag. Als ich dann aber einmal die ersten Seiten gelesen hatte viel es mir gar nicht mehr schwer und ich habe mich in der Welt des Buches sehr wohl gefühlt.

Die Geschichte wird aus der Perspektive des Sohns des Protagonisten erzählt. Diesen lernt man aber eigentlich gar nicht kennen und die Perspektive vergisst man recht schnell wieder. Dafür lernt man aber Yusuf, den Protagonisten gut kennen. Er ist ein vielfältiger Charakter und erlebt schon in jungen Jahren viele Dinge, die ihn für sein ganzes Leben prägen. Man versteht ihn mit als seinen Stärken und Schwächen sehr gut. Es gibt auch noch andere Charaktere, die werden aber Märchen-/Erzählungstypisch eher angeschnitten und natürlich gibt es auch den undurchsichtigen Zauberer :D

Die Handlung ist natürlich nach Märchenschema aufgebaut. Ich liebe solche Erzählungen. Der Leser begleitet Yusuf in seinem Leben und erlebt Högen und Tiefen, Spannung und Emotion, immer mit einem Hauch des unwirklichen und unheimlichen, ich liebe eine solche Geschichtenstimmung, aber es ist sicherlich nicht für Jedermann.

Der Schreibstil ist wunderschön, nur eben ganz anders als das was man aus anderen Büchern gewohnt ist. Alles ist sehr poetisch und hört sich irgendwie älter an, ein wenig erinnert mich der Stil an Erzählungen von Paulo Coelho und ich habe auch schon andere Südamerikanische Autoren die ähnlich schreiben. Liegt wohl an der Region ;) Mich hat der Schreibstil absolut überzeugt und in den (Märchen-)Bann gezogen.

 Der Schluss ist keine ganz überraschende Wendung aber eben doch nicht ganz vorhersehbar. Er ist sehr passend zu der ganzen Stimmung die in der Geschichte aufgebaut wird und märchentypisch gibt es natürlich auch eine Moral und ein Thema zum philosophieren. Einfach schön.

Ich kann dieses Buch für alle Märchen- und Erzählungsfans absolut empfehlen. Man wird in eine orientalische Welt versetzt, zeitweise musste ich an den kleinen Muck denken und auch an Erzählungen wie "Der Alchimist" von Paulo Coelho, aber nicht wegen der Handlung sondern vielmehr wegen des märchenhaften Stils. Wie könnte man sich mit diesem Buch nicht mit Tee und Keksen auf der Couch einkuscheln? Von mir gibt es 4 1/2 Budgies.

Martín Blasco wurde 1976 in Buenos Aires,
Argentinien, geboren. Er arbeitet als Drehbuchautor sowie als Produzent und hat in Argentinien schon viele Bücher veröffentlicht, zumeist für jüngere Leser. Im Carlsen Verlag erschien sein Jugendroman „Ist das Leben eine Abfolge einzelner Punkte? …“. „Der Weg nach al-Andalus“ ist sein zweiter Roman, der auf Deutsch veröffentlicht wird.

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