Rezension: Dunkellicht von Martin Ulmer

Vor den Menschen verborgen, existieren seit langer Zeit die Bruderschaften des Lichtes und der Dunkelheit. Ein kürzlich ausgehandelter Waffenstillstand beendet zwar ihre lange währenden, blutigen Fehden, doch nun greift eine andere Bedrohung um sich: Immer mehr Ordensbrüder verschwinden oder werden ermordet. Johannes Sturm, Krieger der Bruderschaft des Lichtes, möchte die Vorfälle ergründen. Ein mysteriöses Buch, das Schein und Schatten wirft, soll Antworten auf alle offenen Fragen liefern. Auf der Suche nach diesem Buch trifft er auf Weggefährten, die sich ihm anschließen. Gejagt werden sie vom Büro 13, einer Söldnerorganisation, die den Auftrag hat, die Bruderschaften des Lichtes und der Dunkelheit bis auf den letzten Mann auszulöschen. Der ehemalige Berufssoldat Steiner befehligt die Abteilung, die auf Johannes und seine Begleiter angesetzt wird. (Papierverzierer, letzter Satz weggelassen, da Spoileralarm!)

Das Cover ist super! Ich bin dadurch erst auf dieses Buch aufmerksam geworden, denn das Zusammenspiel von Schwarz und Weiß ist ungewöhnlich und auffällig. Es verspricht Spannung und Action, und davon hat dieses Buch tatsächlich viel zu bieten!

Den Einstieg fand ich durch die Perspektivenwechsel ersteinmal ein wenig verwirrend. Bis man durch alle Namen und Orte durchblickt braucht es ein paar Seiten, aber das legt sich. Die Einstiegszenen sind gut gewählt, auch wenn sie gerne ein bisschen genauer hätten erklärt werden können.

 Die Charaktere sind wirklich gut beschrieben und spannende Persönlichkeiten. Trotz der vielen Protagonisten und der perspektivenwechsel bekommt jede Person eine gewisse Tiefe, das fand ich klasse. Auch gut hat mir gefallen, dass die Personen auf keinen Fall einem Einheitsbrei entsprangen sondern jeder für sich besonders war.

Das Weltenkonzept, dass der Autor darstellt habe ich so noch nie gehört, deswegen gibt es schonmal einen Pluspunkt für die Kreativität. Ich wäre zeitweise gerne ein bisschen tiefer in das Konzept eingetaucht um mehr von dieser faszinierenden Sicht zu erfahren, leider war das aber häufig nicht der Fall. Viele interessante Dinge werden nur oberflächlich angekratzt. Das passiert aber zu Gunsten der Schnelligkeit und Action, die zeitweise schon an einen Blockbuster-Film erinnert. Leider bleiben manche Geschehnisse dadurch ein wenig Flach, auch wenn es die Charaktere nicht sind.
Besonders loben möchte ich aber das Setting. Mitten in Deutschland und dann auch noch im Ruhrpott! Das fand ich klasse und begegnet einem bei dieser Art von Fantasy leider viel zu selten.

Der Schreibstil war durch die vielen Perspektivenwechsel zu Beginn etwas verwirren. Dennoch konnte ich mich nach Anfangsschwierigkeiten gut eingewöhnen und habe mich mit den Schreibstil anfreunden können.

Gegen Ende konnte mich das Buch leider nicht mehr so sehr packen wie im Mittelteil. Einige Entwicklungen waren einfach zu schnell um nachvollziehbar zu sein. Dennoch war das Ende meiner Meinung nach passend gewählt. Friede-Freude-Eierkuchen-Liebhaber werden aber enttäuscht ;)
Dunkellicht ist vor allem eines: Kreativ und außergewöhnlich. Leider hat esa ber auch einige Schwächen. Die Einführung in das Weltkonzept ist zu Beginn verwirrend und wird leider auch während der Geschichte zu wenig ausgebaut und erklärt. Das kommt vor allem der Schnelligkiet zu Gute. Die zu Beginn verwirrenden Perspektivenwechsel tragen sehr zur Tiefe der Charaktere bei.
Der Schluss war ein wenig zu überworfen, durch das Erzählte an sich hat er mir dennoch gefallen.
Deswegen bekommt das Buch von mir 4 von 5 Budgies und eine Lesempfehlung (auch wegen des supercoolen Settings).


Jenna Rütter Fotografie
Martin Ulmer lebt in Dortmund, wo auch sein erster Roman spielt. Beruflich ist er als Produktmanager für ein Abrechnungszentrum tätig. Schreiben gehört seit jeher zu seinem Leben. Immer wieder von kreativen Pausen unterbrochen, schreibt er in seiner Freizeit Texte und Gedichte oder nimmt an Projekten mit anderen schaffenden Künstlern teil.
Seine langjährigen Erfahrungen bei Pen & Paper Rollenspielen wie Earthdawn, Conspiracy X, Vampire –The Masquerade, C‘thullu oder Shadowrun und seine Vorliebe für Serien wie 24, Breaking Bad, Lost, Millennium oder Akte X haben seine Phantasie nachhaltig geprägt.  
„Dunkellicht“ heißt sein erster Mystery-Roman und damit der erste Teil einer Trilogie über das Wirken der Kräfte von Licht und Dunkelheit, inmitten einer Parallelwelt hinter den Kulissen, der sich verändernden Welt der Jahrtausendwende.
Wenn er gerade nicht schreibt oder dichtet entspannt er gerne an der Nordsee oder bei Kaffee mit Freunden in den Dortmunder Kaffeebars. Darüber hinaus hat man hat recht gute Chancen ihn bei einer seiner abendlichen Laufrunden um den Phönixsee in Dortmund anzutreffen oder am Wochenende in seiner Dortmunder Lieblingsbar.




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