Rezension: Das Geheimnis des Nebels von Pia Hepke

Eine kleine, eher verträumte Stadt, inmitten von Wald und Wiesen gelegen,wird in letzter Zeit häufiger von einem Naturphänomen heimgesucht. Immer wieder wird der Ort in einen undurchdringlichen Nebel gehüllt. Diana spürt, dass etwas Magisches in der Luft liegt. Zuerst der Nebel, dann diese rätselhafte Schattengestalt im Wald. Sollte das wirklich ein Drache gewesen sein? Aber wieso verließ dann ein Mensch die Lichtung? Dazu noch der mysteriöse Neue an der Schule; Adrian. Seine unglaublich grünen Augen scheinen auf Diana eine fast schon magische Anziehungskraft auszuüben. Aber was hatte er mitten in der Nacht im Wald zu suchen? Ob er etwas mit dem Brand auf der Klassenfahrt zu tun hat? Sollte ihr das Bild von der Lichtung im Nebel, welches sie aus einer Laune heraus malt, dabei helfen das Rätsel zu lösen?


Das Cover finde ich sehr hübsch gestaltet in einem schönen blau, wenn man das Buch in der Hand hält dann wirkt es als gesamtes beeindruckend und einladend, auch wenn ich eigentlich eher zurückhaltendere oder abstrakte Cover mag.

 Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, ich hatte kein Problem mich in die Geschichte einzufinden. Durch den Schreibstil aus der ersten Person und einer Art "Vorspiel" im ersten Kapitel wird die Neugier geweckt, auch wenn ich die Perspektivenwechsel, die durch kursiv und normal Gedrucktes deutlich gemacht werden ein wenig verwirrend fand, da ich noch nicht sicher war, wer hinter dem kursiv gedruckten steckt. Auch fand ich es ein wenig schade, dass das "Geheimnis" schon sehr zu Beginn klar war.

Die Protagonistin Diana ist eine recht gewöhnliche Jugendliche mit Eigenheiten. Ans ich ist sie nett, ich fand es nur manchmal verwirrend, dass sowohl sie als auch ihre Freundin unter starken Stimmungsschwankungen zu leiden scheinen. Reaktionen wirkten dadurch manchmal etwas überreagierend, dennoch fand ich sie sympathisch. Dagegen steht eine zweite wichtige Person: Adrian, der neu an Dianas Schule kommt. Sein größtes Geheimnis wird dem Leser schnell klar, einige seiner Reaktionen habe ich aber bis jetzt noch nicht verstanden, was allerdings daran liegt, dass viele Andeutungen gemacht wurden, das meiste aber noch nicht aufgelöst ist. Generell hätte ich mir einfach ein bisschen mehr Plausibilität der Emotionen gewünscht, auch wenn die Reaktionen in der vorhandenen Art sehr unterhaltsam waren.

Die Handlung ist recht eindeutig eine Urban Fantasy Liebesgeschichte, die aber durch schöne und kreative Elemente aufgepeppt wird. Ich für meinen Teil hätte mir manchmal ein bisschen mehr Spannung und ein bisschen weniger Geplänkel gewünscht, die Geschichte ist nämlich an vielen Stellen eher ruhig, wozu die Emotionen der Charaktere dann leider einfach zu stark wirken. Dennoch habe ich mich von den Charakteren und der Liebegeschichte unterhalten gefühlt, auch wenn ich als Fantasy-Leserin gerne ein bisschen mehr Augenmerk auf den Fantasy-Elemnten gehabt hätte. Dennoch ist die Story solide und macht Lust auf den nächsten Band.

Wenn man sich den Schreibstil ansiehst muss man wie ich finde im Auge behalten, dass die Autorin zu Anfang des Verfassens noch sehr jung war. Zugegebenermaßen merkt man das auch an einigen Stellen, manchmal klingen Sätze holprig oder wiederholen sich, oder sind ein wenig unlogisch (was jetzt aber auch wirklich nicht ständig vorkommt). Das mindert den Lesefluss aber nicht großartig. Hier hätte ich mir für die junge Autorin ein besseres Lektorat gewünscht, welches auch auf diese Faktoren achtet (Rechtschreibung ist dagegen perfekt). Dennoch erkennt man ein großes Potential, denn der Großteil des Buches liest sich leicht und flüssig, so wie man es sich bei einem solchen Roman wünscht.

Der Schluss ist sehr offen, und viele Probleme sind noch nicht gelöst, viele Geheimnisse noch nicht gelüftet, schließlich ist dieser Band der erste einer Reihe (Band 2 ist auch schon erschienen). Ich mag es am liebsten wenn ein band einer Reihe einen in sich geschlossenen Spannungsbogen hat, was hier leider nicht der Fall war, auch wenn der Schluss Lust aufs Weiterlesen macht.
Insgesamt habe ich mich von "Das Geheimnis des Nebels" gut unterhalten gefühlt. Die Geschichte ist an sich rund, auch wenn z.B. die Überemotionalität der Charaktere, zuweilen fehlende Spannung und der an manchen Stellen holprige Stil den Lesegenuss ein wenig schmälern. Dennoch kann ich das Buch guten Herzens für alle Liebhaber von Urban Fantasy empfehlen und ich persönlich freue mich auch schon auf das Lesen von Band 2. Von mir gibt es hier 3 von 5 Budgies.

Copyright: Pia Hepke
Pia Hepke wurde 1992 in Oldenburg i.O. geboren.
Schon immer haben sie Büchern begeistert. Nicht selten kommt es vor, dass sie zu einem wahren Lesemarathon aufbricht. Dann wird bis spät in die Nacht gelesen und die Bücher werden regelrecht verschlungen.
Ansonsten verbringt Pia ihre Zeit gerne mit ihren beiden Pferden und ihrem Hund. Diese müssen öfters als Foto- oder Malobjekte herhalten. Da es ihr an Fantasie nicht mangelt, liegt es nahe die vielen Ideen auch in schriftlicher Form aufs Papier zu bringen. Was sie als 15-jährige erstmals verfasste, wurde in den folgenden Jahren mehrmals überarbeitet, bis es zu ihrem ersten Roman herangewachsen ist.




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